Die Weltpfadfinderbewegung und die internationale Amateurfunkgemeinschaft kommen jedes Jahr am dritten Oktoberwochenende zusammen, um jungen Menschen durch die Veranstaltung Jamboree on the Air und Jamboree on the Internet (JOTA-JOTI) die Kommunikation mit Gleichaltrigen aus der ganzen Welt zu ermöglichen. Im Jahr 2026 findet die Veranstaltung vom 16. bis 18. Oktober unter dem Hauptthema „Eine friedliche und inklusive Welt“ statt. JOTA-JOTI gehört zu den größten globalen Pfadfinderveranstaltungen und verbindet Internet- und Amateurfunkkommunikation.
Für Amateurfunker bietet JOTA-JOTI eine interessante Gelegenheit, jungen Menschen zu zeigen, wie Funkkommunikation funktioniert, die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen, Antennen, Elektronik und digitale Technologien. Die offizielle JOTA-Website betont dabei den Bildungsaspekt des Amateurfunks und die Möglichkeit, live mit Pfadfindern in anderen Teilen der Welt zu kommunizieren.
In diesem Artikel erfahren Sie
Jamboree on the Air (JOTA) und der reale Betrieb auf Amateurfunkbändern

Jamboree on the Air ist eine jährliche Pfadfinderaktivität, bei der Pfadfinder über Amateurfunkstationen kommunizieren. Es handelt sich nicht um einen klassischen Contest, dessen Ziel es ist, die Anzahl der Verbindungen pro Stunde zu maximieren. Wichtiger ist die Kommunikation selbst, der Austausch von Erfahrungen und die Möglichkeit, eine Live-Verbindung zu einer anderen Pfadfindergruppe herzustellen. JOTA-JOTI nutzt dabei Amateurfunkverbindungen als Mittel zur Förderung des Interesses an drahtlosen Technologien, Elektronik und Technik.
Für lokale Funkclubs und Funkamateure, die eine temporäre Station im Clubraum, in der Schule oder im Camp einrichten, ist es wichtig, die Station insbesondere auf Sicherheit und einfache Bedienung anzupassen. Interessant ist es, eine Konfiguration vorzubereiten, damit junge Teilnehmer unter der Aufsicht eines erfahrenen Operators das Mikrofon ausprobieren und den Wasserfall beobachten können. SDR Empfänger, die Frequenz wechseln oder den Verlauf des Funksignals beobachten.

Beim Senden müssen die Bedingungen der gültigen Amateurfunklizenz und der nationalen Gesetzgebung beachtet werden. Die offizielle JOTA-Website weist darauf hin, dass die Regeln, die festlegen, ob Pfadfinder selbst ins Radio sprechen dürfen, von Land zu Land unterschiedlich sind. Wo dies durch die Regeln nicht erlaubt ist, führt ein lizenzierter Funkamateur die Verbindung.
Aus praktischer Sicht ist es ratsam, ein hochwertiges Mikrofon, bequeme Kopfhörer, eine einfache PTT-Bedienung und ein ausreichend übersichtliches Display oder SDR-Wasserfall bereitzuhalten. Junge Teilnehmer sind oft mehr an der Beobachtung des Signals auf dem Bildschirm interessiert als an der komplizierten Bedienung des Transceiver-Menüs.
Auf KW können je nach Tageszeit und aktuellen Ausbreitungsbedingungen mehrere Bänder genutzt werden. Tagsüber sind vor allem die höheren Bänder von Bedeutung, während abends und nachts häufig die niedrigeren Bänder zur Anwendung kommen. Der Vorteil von KW ist die Möglichkeit, Verbindungen über sehr große Entfernungen herzustellen und so die praktische Bedeutung der ionosphärischen Ausbreitung anschaulich zu demonstrieren.
| Amateurfunkbereich | Empfohlene technische Betriebsarten für JOTA | Bildungs- und technischer Nutzen für die Jugend |
|---|---|---|
| Kurzwellenbänder | SSB-Betrieb mit Draht- oder Richtantennen | Demonstration der ionosphärischen Ausbreitung, des Einflusses der Bedingungen und der Antennenarbeit |
| 2 m und 70 cm | FM-Simplex, lokale Kommunikation und nach Möglichkeit Relais | Verständnis der direkten Sichtlinie, Polarisation und Dämpfung der Funkstrecke |
| Digitale Modi und SDR | Überwachung des Wasserfalls, Demonstration digitaler Signale und Dekodierung geeigneter Modi | Verknüpfung von Amateurfunk, DSP, Computern und drahtloser Datenübertragung |
Digitale Technologien und Bildübertragungen
JOTA-JOTI bietet auch Raum für die Demonstration digitaler Technik. Funkamateure können den jungen Teilnehmern ein softwaredefiniertes Radio, die Echtzeitüberwachung des Funkspektrums oder digitale Kommunikationsmodi vorführen. Eine solche Demonstration ist sehr anschaulich, da der Teilnehmer auf einem Bildschirm das Funksignal beobachten und gleichzeitig das Ergebnis seiner Computerverarbeitung sehen kann.
Ein interessantes Beispiel könnte SSTV oder ein anderer Bild- oder Datenmodus sein. Das Ergebnis ist für junge Leute besonders attraktiv, wenn sie den gesamten Prozess vom Radiosignal bis zum endgültigen Bild oder Text verfolgen können.
Jamboree im Internet (JOTI): Verbindung über das Internet
Während JOTA die Amateurfunkbänder nutzt, verbindet JOTI die Teilnehmer über das Internet. Teil der Veranstaltung sind moderierte Chats, Videoanrufe und weitere Online-Aktivitäten, die die Kommunikation zwischen Pfadfindern aus verschiedenen Ländern ermöglichen. Die offizielle Plattform JOTA-JOTI führt unter den Kommunikationsmöglichkeiten beispielsweise moderierte Chats über Rocket.Chat oder ScoutLink und Gruppen-Videoanrufe auf.
Für die Amateurfunkgemeinschaft ist insbesondere die Verbindung der physischen Funkkommunikation mit der modernen Internetumgebung interessant. Junge Teilnehmer können so den Unterschied zwischen klassischen Funkverbindungen, lokaler FM-Betriebsart, Fern-KW-Verbindungen und der Kommunikation über das Internet vergleichen.
Offener Zugang und Registrierung
JOTA-JOTI 2026 ermöglicht die Registrierung von Einzelpersonen sowie Pfadfindergruppen über die offizielle Online-Plattform. Für die Registrierung ist ein Konto bei scout.org erforderlich. Ein Teilnehmer im Alter von 13 Jahren oder älter kann sich selbst registrieren, während ein Elternteil oder gesetzlicher Vertreter ein Kind unter 13 Jahren registrieren kann. Der Leiter einer Pfadfindergruppe kann die gesamte Gruppe registrieren. Nach Abschluss der Registrierung erhält der Teilnehmer eine Bestätigung per E-Mail.
Die Registrierung ist kostenlos und dient auch dem Zugang zu Programmen, Aktivitäten und weiteren Möglichkeiten der Plattform JOTA-JOTI.
Activity Hub und Challenge Valley
Das Zentrum des Online-Programms JOTA-JOTI 2026 ist der Activity Hub. Es handelt sich um eine interaktive Umgebung, in der die einzelnen Programm- und Aktivitätsbereiche konzentriert sind. Die Teilnehmer können aus Amateurfunkaktivitäten, Bildungsprogrammen, thematischen Herausforderungen, Online-Treffen und weiteren Aktivitäten wählen.
Ein separater Bereich ist das Challenge Valley, das Aktivitäten umfasst, die darauf abzielen, neues Wissen und Fähigkeiten zu erwerben. Teil der Herausforderungen können Offline-Aktivitäten, Webinare, Spiele, Live-Übertragungen und weitere Programme sein. Nach Abschluss der Herausforderung kann ein digitales Abzeichen erworben werden.
ScoutPass und digitale Abzeichen
JOTA-JOTI 2026 nutzt auch die Integration mit dem ScoutPass-System. Nach Abschluss der Herausforderungen können die erhaltenen digitalen Abzeichen in die digitale Brieftasche der ScoutPass-App hinzugefügt werden. Es handelt sich um ein einfaches Gamification-Element, das es den Teilnehmern ermöglicht, ihren Fortschritt und ihre Erfolge zu verfolgen.
Für technisch orientierte junge Menschen kann dieses System eine interessante Motivation sein, da die einzelnen Aufgaben breitere Themen in kleinere, handhabbare Schritte unterteilen.
Zusammenarbeit mit lizenzierten Funkamateuren
Bei JOTA spielt der lizenzierte Funkamateur eine entscheidende Rolle. Die offizielle JOTA-Website besagt, dass die Pfadfindergruppe zur Nutzung der Funkstation die Unterstützung von mindestens einem lizenzierten Funkamateur oder einem Funkamateure-Club benötigt. Der Funkamateur überwacht den Betrieb der Station und hilft gleichzeitig den jungen Teilnehmern, die Regeln und Prinzipien der Funkkommunikation zu verstehen.
Die Aufgabe eines erfahrenen Funkamateurs besteht nicht nur darin, eine Verbindung herzustellen. Es ist wichtig, den jungen Teilnehmern zu erklären, was am Radio passiert, warum sich das Signal auf verschiedenen Bändern unterschiedlich ausbreitet und wie Antenne, Leistung oder Ausbreitungsbedingungen das Ergebnis der Verbindung beeinflussen.
Der Funkamateur muss gleichzeitig darauf achten, die Lizenzbedingungen einzuhalten, die Station korrekt zu identifizieren, technische Sicherheit zu gewährleisten und eine kultivierte Kommunikation zu pflegen. Der offizielle JOTA-JOTI Verhaltenskodex betont Rücksichtnahme, Toleranz, Höflichkeit und einen freundlichen Umgang mit anderen Teilnehmern des Funkbetriebs.
Sicherheit der Kinder und Be Safe-Richtlinien

Der technische Aspekt von JOTA-JOTI geht Hand in Hand mit der Sicherheit der Kinder. Die Organisatoren legen besonderen Wert auf den Schutz der Teilnehmer in der Online-Umgebung sowie während der Aktivitäten der Funkamateure.
Die offiziellen Regeln für das Jahr 2026 besagen, dass die separate Registrierung für Teilnehmer ab 13 Jahren gedacht ist. Kinder unter 13 Jahren werden von einem Elternteil oder gesetzlichen Vertreter registriert, und während der Veranstaltung wird aktive Teilnahme und Aufsicht von ihm erwartet. Teilnehmer im Alter von 13 bis 18 Jahren müssen ihren Eltern oder gesetzlichen Vertretern in JOTA-JOTI einbeziehen und informieren.
Online-Teilnehmer müssen das Be Safe Online E-Learning absolvieren, und dieselbe Anforderung gilt auch für erwachsene Teilnehmer und Mitglieder des Organisationsteams. Bei Amateurfunkbetrieb überwachen lizenzierte Betreiber die Kommunikation und die Einhaltung der Sicherheitsregeln.
Es ist auch wichtig zu erinnern, dass Amateurfunkkommunikation nicht privat ist. Sensible persönliche Daten, Passwörter oder Kontaktinformationen gehören daher nicht in die Luft.
Frequenzen, die während JOTA verwendet werden
JOTA-JOTI bietet in seinem Amateurfunkhandbuch Beispiele für Frequenzen, die traditionell bei Pfadfinder-Amateurfunkaktivitäten verwendet werden. Die aktuelle JOTA-JOTI-Seite für das Jahr 2026 verweist jedoch weiterhin auf die 2024er Ausgabe des Handbuchs für Amateurfunkaktivitäten. Daher sollten diese Frequenzen als empfohlene oder allgemein verwendete Treffpunkte verstanden werden, nicht als separat zugewiesene Frequenzbereiche. Es ist immer notwendig, den gültigen nationalen und regionalen Bandplan sowie den aktuellen Betrieb auf den Bändern zu respektieren.
| Band | SSB – Frequenzen, die im JOTA-JOTI-Handbuch angegeben sind | CW – Frequenz, die im Handbuch angegeben ist |
|---|---|---|
| 80 m | 3,690 und 3,940 MHz | 3,570 MHz |
| 40 m | 7,090 und 7,190 MHz | 7,030 MHz |
| 20 m | 14,290 MHz | 14,060 MHz |
| 17 m | 18,140 MHz | 18,080 MHz |
| 15 m | 21,360 MHz | 21,140 MHz |
| 12 m | 24,960 MHz | 24,910 MHz |
| 10 m | 28,390 MHz | 28,180 MHz |
| 6 m | 50,160 MHz | 50,160 MHz |
Bei echtem Betrieb ist es nicht ratsam, sich blind an eine Frequenz zu halten. Vor dem Senden sollte überprüft werden, ob die Frequenz frei ist, die umliegende Aktivität angehört und die aktuellen Ausbreitungsbedingungen berücksichtigt werden.
Logistische Unterstützung und die Rolle der Freiwilligen

Die Vorbereitung einer lokalen JOTA-Station erfordert mehr als nur den Transceiver. Es müssen eine Antenne, ein geeigneter Mast oder Halter, Stromversorgung, Koaxialkabel, Wetterschutz und vor allem ein sicheres Arbeitsumfeld für Kinder und Erwachsene sichergestellt werden.
Sehr geeignet sind einfache und anschauliche Experimente: der Vergleich zweier Antennen, das Beobachten des SDR-Wasserfalls, das Messen des SWR, die Demonstration der Polarisation oder ein Experiment mit Signalabschwächung. Solche Aktivitäten können die Technik des Amateurfunks mit Physik und Elektronik auf eine Weise verbinden, die für junge Menschen leicht verständlich ist.
Der Erfolg der lokalen JOTA-Station hängt daher stark von Freiwilligen – Funkamateuren, Pfadfinderleitern und anderen technisch versierten Personen ab, die eine sichere und ansprechende Umgebung schaffen können.
JOTA-JOTI 2026 als Gelegenheit für den Amateurfunk

JOTA-JOTI ist für die Amateurfunkgemeinschaft mehr als nur eine Wochenendveranstaltung. Es ist eine Gelegenheit, den Jugendlichen zu zeigen, dass Radio nicht nur eine historische Technologie ist, sondern ein lebendiger technischer Bereich, der Antennen, Elektronik, Physik, Computer und Kommunikation verbindet.
JOTA ermöglicht es, den Zauber einer Live-Radioverbindung zu zeigen, während JOTI eine moderne Internetdimension hinzufügt. Activity Hub, Challenge Valley und ScoutPass schaffen gleichzeitig eine Bildungs- und Motivationsumgebung, in der junge Teilnehmer schrittweise neue Fähigkeiten erwerben können.
Die Verbindung von traditionellem Amateurfunk mit modernen digitalen Technologien kann eine der besten Möglichkeiten sein, der jüngeren Generation die technischen Möglichkeiten der Funkkommunikation zu zeigen. Für Amateurfunkvereine ist JOTA-JOTI 2026 daher eine geeignete Gelegenheit, eine Demonstrationsstation einzurichten, junge Menschen in den sicheren Betrieb einzubeziehen und vielleicht zukünftige Funkamateure, Techniker und Konstrukteure unter ihnen zu entdecken.
