Reflexion von Meteor-Spuren (Meteorstreuung) stellt eine der anspruchsvollsten und zugleich faszinierendsten Arten des DX-Betriebs dar VHF In den Bändern. Für den erfahrenen Amateurfunker ist der Meteorüberflug nicht nur ein visuelles Schauspiel, sondern vor allem eine technische Gelegenheit. Radiowellen reflektieren in diesem Fall von ionisierten Spuren, die nach der Entzündung von Meteoriten beim Durchflug durch die oberen Schichten der Atmosphäre entstehen. Der Meteorstrom der Lyriden, der jedes Jahr die Frühlingssaison eröffnet, bietet eine hervorragende Gelegenheit, solche Verbindungen herzustellen.
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Historischer und astronomischer Kontext des Stroms
Die Lyriden gehören zu den ältesten dokumentierten Meteorströmen in der Geschichte der Menschheit. Die ersten Aufzeichnungen über ihre Aktivität stammen aus China aus dem Jahr 687 v. Chr. Dieser Strom ist mit dem Mutterkometen C/1861 G1 (Thatcher) verbunden, der eine Umlaufzeit von etwa 415 Jahren hat.
Aus astronomischer Sicht befindet sich der Radiant des Stroms im Sternbild Lyra, in der Nähe eines der hellsten Sterne des nördlichen Himmels – Vega. Obwohl es scheint, dass die Meteoriten von diesem Punkt aus fliegen, ist für den Amateurfunker die gesamte Fläche der Ionisation in der ionosphärischen Schicht E wichtiger. Die Lyriden sind ungefähr vom 16. bis 26. April aktiv, wobei das Maximum der Aktivität normalerweise um den 22. April auftritt. Die durchschnittliche Frequenz liegt bei 10 bis 20 Meteoriten pro Stunde, aber die Geschichte kennt auch unerwartete "Explosionen" der Aktivität, bei denen die Frequenz kurzfristig auf Hunderte Meteoriten pro Stunde anstieg.
Physikalische Eigenschaften und Auswirkungen auf den Amateurfunk
Die Lyriden zeichnen sich durch eine geozentrische Geschwindigkeit von etwa 49 km/s aus. Im Vergleich zu anderen Meteorströmen, wie den Leoniden, handelt es sich um mittel-schnelle Meteoriten. Für den Amateurfunker bedeutet diese Geschwindigkeit, dass die entstehenden ionisierten Spuren relativ stabil sind und Reflexionen erzeugen können, die von einigen Dutzend bis zu mehreren Hundert Millisekunden (Pings) bis zu mehreren Sekunden (Bursts) dauern.
Helle und langsame Boliden, die in ihrem Maximum eine so dichte Ionisation erzeugen können, dass eine Verbindung auch auf der Frequenz von 144 MHz hergestellt werden kann, was in der Amateurfunkgemeinschaft als der Höhepunkt der Bemühungen beim Meteor Scatter-Betrieb angesehen wird. Bei der Verwendung moderner digitaler Modi, wie MSK144, ist dieser Meteorstrom die ideale Zeit, um Richtantennensysteme und Leistungsverstärker zu testen.
Verbindungstaktiken während der Lyriden
Da der Radiant des Meteorstroms abends in der Nähe des Sternbildes Herkules liegt, müssen die Amateurfunker ihren Betrieb der Geometrie der Reflexion anpassen. Bei Meteor Scatter-Betrieb gilt nicht die Regel der direkten Sichtbarkeit; entscheidend ist es, einen Punkt in der Atmosphäre (sogenannter Hot Spot), an dem die Bahn des Meteoriten und die Antennenschnitte beider Stationen unter dem richtigen Winkel aufeinander treffen.
Die Aktivität des Meteorstroms beträgt 16.-22. April 2026. Der erwartete Höhepunkt der Aktivität tritt am 22. April um 19:15 UTC ein. Das Maximum der Lyriden ist relativ schmal (im Gegensatz zu einigen Meteorströmen dauert die Beobachtung nicht ganze Wochen). ZHR 10 bis 20.
Für das Jahr 2026 wird empfohlen, die Aktivität insbesondere zur Zeit der Kulmination des Radianten zu beobachten, wenn die Wahrscheinlichkeit eines Treffers in der optimalen Schicht der Atmosphäre am höchsten ist. Visuelle Beobachtungen und Simulationen von Vorhersagen können helfen, den genauen Zeitpunkt des Maximums abzuschätzen, aber für den Amateurfunker beginnt die eigentliche Arbeit bereits einige Tage vor dem Maximum, wenn die ersten Vorläufer-Meteoriten erscheinen.
