Die Frage nach der Wirksamkeit des Antennensystems ist eines der ältesten und zugleich komplexesten Themen im Amateurfunk. Jeder Betreiber, der jemals einen Draht zwischen Bäumen gespannt oder eine Vertikale auf einem Dach gebaut hat, hat sich die gleiche Frage gestellt: „Wie funktioniert meine Antenne tatsächlich im Vergleich zu einer anderen?“ Theoretische Modelle in Programmen wie EZNEC oder 4NEC2 liefern eine wertvolle Schätzung, aber in der realen Welt spielen umliegende Gebäude, die Leitfähigkeit des Bodens und lokale Hindernisse eine Rolle, die die Simulation oft nicht genau erfassen kann.
Herkömmliche Vergleichsmethoden, die auf subjektiven Berichten im Amateurfunk basieren, weisen erhebliche Ungenauigkeiten auf. Berichte vom Typ „59“ sind häufig durch zufällige Signalüberlagerungen (QSB) oder unterschiedliche Empfängerempfindlichkeiten beeinträchtigt. Ein echter Durchbruch gelang mit dem digitalen Betrieb und dem WSPR-Protokoll (Weak Signal Propagation Reporter), das eine enorme Menge an Ausbreitungsdaten erfasst. Auf diesen Daten basiert das innovative WSPR Antenna Lab-Tool, das auch Ondra, OK1CDJ, zugrunde liegt.
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Was ist das WSPR-Antennenlabor?
WSPR-Antennenlabor ist ein spezielles Web-Tool für Funkamateure, die ein globales Netzwerk von Überwachungsstationen in ihr eigenes Testfeld verwandeln möchten. Die Plattform ermöglicht einen genauen Vergleich der realen Leistung zweier Antennen im Zeitverlauf. Unter Verwendung von Daten aus der WSPRnet-Datenbank liefert es dem Benutzer objektive Messwerte über den Antennengewinn und seine Strahlungsmuster, die von zufälligen atmosphärischen Effekten bereinigt sind.
Messmethodik und technische Grundlagen
Der Schlüssel zur Genauigkeit https://wsprlab.ok1cdj.com Die Normalisierung von Daten erfolgt mathematisch. Beim Vergleich zweier Stationen mit unterschiedlichen Sendeleistungen wäre die Angabe des Signal-Rausch-Verhältnisses (SNR) allein irreführend. Daher verwendet das Tool die SNR-Normalisierung.

Ein noch wichtigeres Element der Analyse ist das Konzept der sogenannten Übereinstimmungen. Eine Übereinstimmung liegt vor, wenn beide verglichenen Stationen (A und B) vom selben Empfänger im selben zweiminütigen WSPR-Zeitschlitz empfangen werden. Da beide Stationen gleichzeitig an denselben Empfänger senden, ist der Einfluss der aktuellen Ausbreitungsbedingungen in der Ionosphäre für beide identisch. Diese Daten haben das höchste statistische Gewicht bei der Bestimmung des Unterschieds im Antennengewinn.
Praktisches Analyseverfahren
Die Bedienung des Tools ist intuitiv, erfordert aber das Befolgen einer gewissen Logik, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.
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Primärstationskonfiguration (Rufzeichen A): Hier geben Sie das Rufzeichen der Station ein, deren Antenne Sie testen möchten. Dies kann Ihr eigenes Rufzeichen nach der Änderung der Antennenkonfiguration oder ein Rufzeichen sein, das Sie zu Testzwecken verwenden.
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Auswahl einer Referenzstation (Rufzeichen B): Dies ist ein entscheidender Schritt. Die Referenzstation sollte idealerweise innerhalb von 50 km Entfernung zu Ihrem Standort liegen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Signalausbreitungsbedingungen zu entfernten Empfängern möglichst ähnlich sind. Im Idealfall verwendet die Referenzstation eine bekannte und bewährte Antenne, beispielsweise einen klassischen Halbwellendipol.
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Analyseparameter: Der Benutzer wählt ein bestimmtes Frequenzband und ein Zeitfenster aus. Nach dem Klicken auf die Schaltfläche „Aktualisieren“ verarbeitet das System die Daten und berechnet das Antennendelta (Delta G). Dieser Wert stellt die durchschnittliche Gewinndifferenz dar. Beträgt das Delta beispielsweise +3 dB, ist Ihr Antennensystem doppelt so effizient wie das Referenzsystem.
Erweiterte Visualisierungen und Dateninterpretation

Das WSPR Antenna Lab endet nicht nur mit einer krasse Zahl. Es bietet einen detaillierten Einblick, wo und wie Ihre Antenne tatsächlich strahlt:
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Strahlungsdiagramm: Das Tool erzeugt ein geglättetes Polardiagramm, das den Gewinn in Abhängigkeit vom Azimut darstellt. Die Empfindlichkeit der Glättung kann über den Parameter „Strahlbreite“ angepasst werden. Dieses Diagramm ist besonders hilfreich beim Abstimmen von Richtantennen oder beim Auffinden von „toten Winkeln“ in Festdrahtantennenanlagen.
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Ausbreitungskarte für das OK2SAM-Signal Ausbreitungskarte: Eine Echtzeit-Visualisierung zeigt die geografische Verteilung der Stationen, die Ihr Signal empfangen haben. Dies hilft Ihnen zu erkennen, ob Ihre Antenne besser für Verbindungen innerhalb eines Kontinents (hoher Abstrahlwinkel) oder für DX-Verbindungen (niedriger Abstrahlwinkel) geeignet ist.
Warum ist dieses Tool für die Community wichtig?
In einer Zeit, in der das Funkamateur-Hobby zunehmend digitalisiert wird, gibt uns das WSPR Antenna Lab ein Instrument mit wissenschaftlicher Präzision in die Hand, das in der Vergangenheit nur professionellen Institutionen mit teurer Ausrüstung zur Verfügung stand. Es ermöglicht uns, mit der Höhe der Antennenaufhängung, verschiedenen Arten von Gegengewichten für Vertikale oder dem Einfluss des umgebenden Geländes zu experimentieren, mit der Gewissheit, dass das Ergebnis nicht nur ein „Gefühl“ ist, sondern durch Tausende von Berichten aus der ganzen Welt gestützt wird.
Ondrus Projekt OK1CDJ ist ein Paradebeispiel dafür, wie moderne Webtechnologien und Big-Data-Verarbeitung zum Nutzen der Amateurfunkforschung genutzt werden können.
Das Tool wird ständig weiterentwickelt und der Autor ist offen für Feedback unter ondra@ok1cdj.com. Ganz gleich, ob Sie eine neue HF-Antenne bauen oder einfach nur überprüfen möchten, ob Ihr alter Dipol noch wie vorgesehen funktioniert, dieser Laboransatz liefert Ihnen Antworten, die Sie sonst im Äther nicht finden würden.
