Zwei weitere Länder haben sich der kleinen, aber wachsenden Liste von Ländern angeschlossen, in denen Funkamateure keinen Morsecode-Test mehr bestehen müssen, um Zugang zum HF-Band zu erhalten. Zusätzlich zu diesen Ländern werden weitere folgen. Alles ist nur eine Frage der Zeit. Länder, die die Telegrafie bereits aufgegeben haben, haben Inhabern von VHF-UHF-Lizenzen auch Zugang zu HF ermöglicht.
Der Schweiz, Belgien, Großbritannien und Deutschland schlossen sich Norwegen und die Niederlande an. Österreich und Neuseeland werden sich ihnen bald anschließen. Diese Aktivitäten sind eine Reaktion auf den Beschluss der Weltfunkkonferenz 2003, der die Forderung nach Morsecode-Kontrolle aus internationalen Regelungen strich und es den Ministerien der einzelnen Länder überließ, zu entscheiden, ob sie diese Forderung beibehalten wollen oder nicht.
Die norwegische Post und Telekommunikation http://www.npt.no/ berichtete an die norwegische Richtfunkliga https://nrrl.no), dass am 19. August die Lizenzen der Klassen LA, LB und LC zu einer Klasse zusammengefasst wurden. Das Team, das die LC-Klassenlizenz in die LA-Klassenlizenz geändert hatte, und die LB-Klassenlizenzinhaber können sich um die LA-Klassenlizenz bewerben.
Die niederländische Funkkommunikationsagentur (The Netherlands Radiocommunications Agency) gab diese Woche bekannt, dass die Morsezeichenkontrolle ab dem 1. September keine Voraussetzung mehr für den Zugang zum HF-Band sein wird. Niederländische Lizenzen der Klassen A und C – die eigentlich mit den CEPT-Klassen 1 und 2 vergleichbar sind – haben die gleichen Rechte, auch wenn sie vorerst ihre aktuellen Merkmale beibehalten. Die Änderung hat keine Auswirkungen auf die N-Klasse-Lizenz, die nur die Ausstrahlung auf 2 m und 70 cm erlaubt. Alle Funkamateure haben diese Woche diese Mitteilung erhalten.
Informationen des österreichischen ARU-Mitgliedsvereins Österreichischer Experimenteller Funksenderverband (ÖVSV) https://www.oevsv.at/home Obwohl zwar darauf hingewiesen wird, dass das Land irgendwann im September vorübergehend den HF-Zugang zu allen CEPT-Klasse-2-Lizenzen garantieren wird, werden formelle Änderungen noch diskutiert.
Telekommunikation in Neuseeland plant, im Rahmen der nächsten Änderungsrunde der Funkkommunikationsregeln die Morsecode-Anforderung aus dem allgemeinen Lehrplan zu streichen. Die Änderungen werden voraussichtlich Ende dieses Jahres erfolgen.
In den Vereinigten Staaten beantragten sechs unabhängige Unternehmen bei der FCC die Streichung der Verpflichtung des Telegraphen, auf die unteren HF-Bänder zuzugreifen, und bestätigten diese Änderungen in den Amateurfunkgesetzen (Teil 97). Die FCC hat noch keine öffentliche Stellungnahme eingeholt.
Quelle:
ARRL-Brief Bd. 22, Nr. 33 22. August 2003
