Moderne Transceiver verfügen über einen eingebauten Mikrofonverstärker und einen einfachen Equalizer. Diese arbeiten jedoch nur mit einem globalen Frequenzprofil und können schmalbandige Frequenzen nicht separat korrigieren. Daher klingt ein direkt an das Funkgerät angeschlossenes dynamisches Mikrofon entweder dumpf in den tiefen Frequenzen oder schrill in den Höhen. Ein externer Mikrofonprozessor löst dieses Problem außerhalb des Transceivers und ermöglicht dem Benutzer eine Feinabstimmung, ohne die internen Einstellungen des Funkgeräts zu verändern. Die Geräte der UR6QW-Serie wurden in der Ukraine entwickelt und sind direkt beim Hersteller oder über den europäischen Vertriebspartner DB6QW in Deutschland erhältlich.
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Seriengeschichte: von Echo bis EQ V.8
Echo – erstes Modul
Das erste Produkt der Serie war das Echo-Modul: ein rauscharmer Mikrofonvorverstärker mit Echoprozessor und einstellbarer Verzögerung. Das Modul ist primär als Basis für weitere Verbindungen oder für den CB-Funk gedacht, wo der Echoeffekt nützlicher ist als im Amateurfunk-SSB-Betrieb.
EQ V. 1
Version V.1 integrierte den ersten grafischen Equalizer in den rauscharmen Vorverstärker. Es handelte sich um eine analoge Lösung in einem stahlgeschirmten Gehäuse mit HF-Schutz, ausgelegt für Sendeleistungen bis zu 2 kW. Das Gerät wurde über die Mikrofonbuchse des Transceivers mit Strom versorgt und benötigte kein externes Netzteil.
EQ V.2 und EQ V.3
Die Versionen V.2 und V.3 erweiterten die Anzahl der Frequenzbänder des Equalizers und fügten einen Signalkompressor hinzu. EQ V.3 war die erste Version, von der chinesische Fälschungen auf eBay auftauchten – das Originalgerät trägt das Rufzeichen UR6QW auf der Vorderseite und wird über autorisierte Händler vertrieben.
EQ V.4
EQ V.4 war ein weiterer Schritt hin zu professionellerer Signalverarbeitung. Das Gerät umfasste einen 8-Band-Grafik-Equalizer, einen Kompressor, einen Echoprozessor und ein Noise-Gate mit einstellbarer Schwelle. Das abgeschirmte Stahlgehäuse blieb Standard.
EQ V.5
Version V.5 bietet eine deutliche Verbesserung der Rauschgatterfunktion: Dank einstellbarer Schwellenwerte und Anstiegs-/Abfallzeiten wird das Hintergrundrauschen beim Öffnen des Gates transparent und artefaktfrei unterdrückt. Eine Audiodemonstration von EQ V.5 mit dem ICOM-756PRO-Transceiver, direkt aus der Luft mit einem SDR-Empfänger aufgenommen, ist auf YouTube verfügbar.
EQ V.6
EQ V.6 behält den 8-Band-Grafik-Equalizer, den Kompressor, den rauscharmen Mikrofonvorverstärker, den Echoprozessor und das Noise-Gate bei. Das Gehäuse verfügt über eine abgeschrägte Frontplatte für eine komfortablere Bedienung am Schreibtisch.
EQ V.7 und EQ V.7 Pro
Version V.7 setzt auf volldigitale Signalverarbeitung mit Farb-Touchscreen. Die Anzahl der Equalizer-Bänder wurde auf 10 erhöht, XLR-Eingang mit 48-V-Phantomspeisung für Kondensatormikrofone und ein Roger-Beep mit einstellbarer Frequenz wurden hinzugefügt. Version V.7 Pro bietet erweiterte Anschlussmöglichkeiten und ein optimiertes Design. Für CB-Funkgeräte mit 4-poligem Anschluss basiert sie auf Version V.7.
EQ V.8: das aktuelle Flaggschiff der Serie

Der EQ V.8 ist eine gemeinsame Entwicklung von UR6QW und UX4LA und stellt die umfassendste Lösung der gesamten Serie dar. Das Gerät vereint einen 12-Band-Grafik-Equalizer, einen Dual-Kompressor (Nah- und Breitengrad), einen Soft-Saturation-Limiter, ein Noise-Gate, einen Echo-Prozessor mit Mehrwege-Emulation, einen Phasenrotator, einen Roger-Beep-Tonabnehmer und einen Sprachrekorder in einem Gehäuse mit den Abmessungen 170 × 90 × 80 mm und einem Gewicht von 0,63 kg.
ADC/DAC- und Audiobandbreite
Die Signalwandlung erfolgt mit einer Auflösung von 24 Bit. Die Audiobandbreite ist je nach Betriebsmodus konfigurierbar: Normalmodus 5,2 kHz, DX-Modus 3,2 kHz, Breitband für CB-Funk 8 kHz und Bypass 8 kHz. Die Unterdrückung von Netzbrummen (50 Hz und 60 Hz) beträgt mehr als 30 dB.
Mikrofoneingänge
Das Gerät verfügt über zwei unabhängige, rauscharme Mikrofonverstärker mit einstellbarer Verstärkung von 0 bis +40 dB. Der erste besitzt einen unsymmetrischen 3,5-mm-Klinkeneingang (Vorderseite, mit „MIC“ beschriftet) für dynamische und Elektretmikrofone; bei Elektretmikrofonen beträgt die Vorspannung +3 V. Der zweite besitzt einen symmetrischen XLR-Eingang (Rückseite) für dynamische und Kondensatormikrofone mit optionaler +48-V-Phantomspeisung (Bereich +35 bis +48 V). Für Mikrofone mit geringer Empfindlichkeit steht eine zusätzliche Verstärkung von +10 dB zur Verfügung. Das Gerät unterstützt Elektret-, dynamische und Kondensatormikrofone sowie gängige Handmikrofone.
Achtung: Schließen Sie niemals ein dynamisches Mikrofon an den XLR-Eingang an, wenn die +48V-Vorspannung eingeschaltet ist – die Kapsel wird dadurch beschädigt. Schließen Sie niemals ein Kondensatormikrofon an oder trennen Sie es, während das Gerät eingeschaltet ist.
12-Band-Grafik-Equalizer

Der Equalizer arbeitet mit Mittenfrequenzen von 90 / 150 / 220 / 300 / 430 / 600 / 850 / 1200 / 1700 / 2400 / 3300 / 4700 Hz und einem Einstellbereich von ±15 dB pro Band. Der Frequenzgang des Signals wird in Echtzeit auf einem Spektralmonitor mit einer Dynamik von 50 dB und einer FFT von 256 Punkten im Bereich von 0–4 kHz angezeigt.
Kompressor NB + WB

EQ V.8 enthält zwei in Reihe geschaltete Kompressoren. Der erste ist ein Multiband-Schmalbandkompressor (NB): Das Signal wird in 12 Bänder unterteilt, die jeweils von einem separaten Kompressor mit einer Attack-Zeit von 1–44 ms und einer Release-Zeit von 5–219 ms, abhängig vom Frequenzbereich, komprimiert werden. Dadurch wird ein gleichmäßigerer Frequenzgang als mit einem Single-Chain-Kompressor erzielt – überschüssige Bässe im Bereich von 100–300 Hz beeinflussen die Kompression im Bereich von 300–4.700 Hz nicht. Der zweite ist ein Breitbandkompressor (WB) mit einer Attack-Zeit von 5 ms und einer Release-Zeit von 50 ms, der nach dem Equalizer geschaltet ist. Das Kompressionsverhältnis ist von 1:1 (keine Kompression) bis 1:10 einstellbar. Ein Soft-Saturation-Limiter verhindert Übersteuerungen am Ausgang, selbst bei fehlerhaften Equalizer-Einstellungen.
Noise Gate
Einstellbares Noise-Gate mit einem Schwellenwert von –70 bis –30 dB, deaktivierbar. Die Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen erreicht bis zu 20 dB. Es wird empfohlen, das Gate erst nach Abschluss der anderen Blöcke einzustellen.
Betriebsmodi und Voreinstellungen
Das Gerät verfügt über vier Betriebsmodi: Bypass, Normal, DX und Wide. Im DX-Modus werden Bandbreite und Vorverzerrung reduziert und ein stärkerer Kompressor eingesetzt – ideal für die Arbeit mit DX-Stationen oder um in einem Pile-up gut hörbar zu sein. Drei unabhängige Presets (P1, P2, P3) mit jeweils eigenen Parametern ermöglichen die Konfiguration verschiedener Mikrofone an einem Gerät.
Recorder, Roger und Echo
Der Diktiergerät ermöglicht Aufnahmen von bis zu 16 Sekunden direkt über das Mikrofon mit der Option zur Endloswiedergabe. Während der Aufnahme wird das Signal vor den Verarbeitungsblöcken gespeichert (nur der Vorverstärker ist aktiv), bei der Wiedergabe durchläuft es alle aktiven Blöcke. Die Roger-Beep-Funktion erzeugt am Ende der Sprechtaste einen 150 ms langen Sinuston mit einstellbarer Frequenz. Der Echoprozessor mit Mehrwegeemulation bietet eine einstellbare Tiefe von 0 bis –20 dB (in 1-dB-Schritten) und eine Dauer von 5 bis 100 % (in 5-%-Schritten).
Audiobeispiel EQ V.8
Ein Unboxing-Video und ein erster Blick auf den EQ V.8 sind auf YouTube verfügbar:
EQ V.8 Technische Spezifikation – Übersicht
| Parameter | Wert |
|---|---|
| ADC/DAC-Auflösung | 24 Bit |
| Audio-Bandbreite (Normal / DX / Breit / Bypass) | 5,2 / 3,2 / 8 / 8 kHz |
| Brummunterdrückung (50/60 Hz) | >30dB |
| Verstärkung des Mikrofonverstärkers | 0 bis +40 dB (+10 dB Verstärkung) |
| XLR-Phantomspeisung | +35 bis +48 V |
| Anzahl der Entzerrungsbänder | 12 |
| EQ-Einstellbereich | ±15dB |
| Kompressorverhältnis | 1:1 bis 1:10 |
| Schwellenwert des Noise-Gates | –70 bis –30 dB |
| Hintergrundgeräuschunterdrückung | bis zu 20 dB |
| Ausgangspegel | bis zu 200 mV |
| MON-Ausgabe | 2 × 30 mW (32 Ω Last) |
| Stromversorgung | 4,5–5,5 V / max. 500 mA (USB) |
| Abmessungen (ohne Kabel) | 170 × 90 × 80 mm |
| Gewicht | 0,63 kg |
Preise und Bezugsquellen
Der EQ V.8 ist direkt beim Autor (UR6QW, Ukraine, Kontakt: ur6qw.ua@gmail.com) oder über den europäischen Distributor DB6QW Electronics in Deutschland (ssbhifi.com) erhältlich. Der Preis für den EQ V.8 mit 8-Pin-Anschluss beträgt über DB6QW 319 EUR (Stand: Juni 2026). Das Gerät ist außerdem auf eBay bei den Verkäufern hfvhfparts und XADO Store verfügbar. Ältere analoge Versionen (EQ V.5, V.6) werden gelegentlich gebraucht zu deutlich günstigeren Preisen angeboten.
Für diejenigen, die eine einzigartige Modulation erreichen möchten.
Reicht die Leistung des internen Audioprozessors Ihres Transceivers nicht aus, bietet die UR6QW-Serie eine Lösung vom einfachen 8-Band-Analog-Equalizer bis zum volldigitalen 12-Band-V.8-Equalizer mit Touchscreen, Dual-Kompressor und Phantomspeisung. Jede Version wird mit einem Kabel für einen bestimmten Transceiver (Icom, Yaesu, Kenwood, Elecraft u. a.) geliefert. Geben Sie bei der Bestellung bitte den Funkgerätetyp und den Anschluss an. Deaktivieren Sie vor dem Anschließen des Geräts immer den internen Kompressor und Equalizer des Transceivers, um doppelte Signalverarbeitung zu vermeiden.
